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رادیو ایرانی به فارسی Radio Irani, Ihr Radio

Radio irani präsentiert: Die ursprüngliche iranische kultur

Radio Irani, Ihr Radio, November - Sendung mit Prof. Parsay

Unsere hautige Thema: Der Weg zur Vernunft, wovon spricht Hafez? Teil 2

Vernimm, dass ohne Liebe die Welt, für Seelen keinen Zauber hat,

und dass, wer nicht so denkt und fühlt, fürwahr gar keine Seele hat.

Band 1, 287

Und werden Dornen von Frommen uns in den Weg gelegt, belohnen wollen mit Rosen wir. Solch ein Betragen.

Rosen sind ohne Rosenwangen nicht lieblich, ohne den Wein sind Frühlingstage nicht lieblich.

Lieblich sind Flur, und Wein und Rosen; doch wisse ohne Gespräch der Freundin sind sie nicht lieblich.

Joseph Freiherr Hammer von Purgstall, Sohn eines österreichischen Beamten, wurde im Jahr 1774 geboren.

Mit 15 Jahren trat er in die Kaiserlich-königliche Akademie für Orientalische Sprachen in Wien ein, die vor allem Dolmetscher für den diplomatischen Dienst ausbildete. In dem fünfjährigen Lehrgang lernte Hammer von Purgstall Türkisch, Persisch und Arabisch, aber auch Italienisch, Französisch, Latein und Griechisch.

Mit der Übersetzung von Hâfez-Gedichten durch Hammer von Purgstall, im Jahr 1812-13, fand man zur iranischen Literatur erstmals in einer europäischen Sprache Zugang. Er hatte zum ersten Mal, Hâfez-Gedichte, vollständig ins Deutsche übersetzt und dadurch wurden die verschlossenen Türen der iranischen Literatur nach Europa geöffnet.

Durch die erschienene Übersetzung Der Diwan von Mohammad Schamsod-din Hâfez von Joseph Freiherr Hammer von Purgstall wurde Johann Wolfgang von Goethe zu seinem West-östlichen Diwan inspiriert.

Im Jahre 1814 stieß er auf eine Lektüre, die ihn zum Schreiben inspirierte: eine Übersetzung von Hâfez. Unmittelbar, hat diese Übersetzung, auf den beherrschenden Dichter dieser Epoche, so stark eingewirkt, dass er eine romantische Wende in seinem Lebenswerk vollzog.

Er fand in Hâfez eine verwandte Zwillingsseele über die Jahrhunderte und Kulturen. Er schuf in seinem Geist ein neuartiges Werk: den „West-östlichen Diwan“, der 1819 erschien.

Er schreibt über Hâfez:

Sie haben dich, heiliger Hafis, die mystische Zunge genannt,

und haben, die Wortgelehrten, den Wert des Worts nicht erkannt.

Mystisch heißt Du ihnen, weil sie närrisches bei dir denken,

und ihren unlautern Wein, in Deinem Namen verschenken.

Du aber bist mystisch rein, weil sie dich nicht verstehen,

der Du, ohne fromm zu sein, selig bist! Das wollen sie dir nicht zugestehen.

Johann Wolfgang von Goethe

Hâfez und Goethe waren zwei gleichgesinnte Denker in zeitverschiedenen Epochen. In vielen Gedichten kritisieren Hâfez und Goethe die sozial-politischen Zustände, die Heuchler und die radikalen Gruppen, die der dichterischen Freiheit Grenzen gesetzt hatten. Reinheit und Schlichtheit gehören zu den besonderen poetischen und persönlichen Eigenschaften bei ihnen und in ihrer Lyrik.

Bei ihnen haben alle Religionen und persönlichen Meinungen die gleich gebührende Stellung.

Der Diwan von Hafez und die Werke von Goethe haben viele verschiedene Herrscher überlebt und unzählige Herzen fröhlich gestimmt. Hafez's Kunst im Umgang mit den Worten, mit der Sprache, ist bis heute unerreicht.

Hâfez hat das Wesen der Schönheit in Sprache gegossen! „Süßes Dichten“ im künstlerisch geschmückten und attraktiven „Gewand der Poesie“ zieht noch mehr an und wirkt effizienter.

Goethe sagte:

Es ist die Liebesfülle, im lieblichsten Revier,

der Holde, treue Wille, wie zwischen mir und ihr.

Goethe: West-östlicher Diwan

Hâfez antwortete:

Genieß’ des Lebens Rosenzeit, bei Spiel und Sang, im Glück der Liebe.

Nicht über eine Woche Frist, kannst du der Herrlichen vertrauen.

Hâfez: Übersetzung von F. Bodenstedt

Goethe deutete:

Mönchlein ohne Kapp und Kutt´, schwatz nicht auf mich ein!

Zwar du machst mich kaputt, nicht bescheiden, nein!

Goethe: West-östlicher Diwan

Hâfez deutete:

Schilt nicht Weinbefleckte Zecher, du mit Reinheit angetan!

Denn es werden fremde Sünden dir ja nicht geschrieben an.

Hâfez: Übersetzung von Friedrich Rückert

Noch heute gilt Hâfez als der größte Lyriker der persischen Sprache. Bis heute nennen ihn die Perser die „mystische Zunge“ (Lesan ol Qeyb). Hâfez ist in Deutschland zu Beginn des 19. Jh. heimisch geworden.

Wer den Dichter will verstehen,

muss in Dichterlande gehen.

J.W. Goethe

Goethe wurde am 28.8.1749 in Frankfurt (Main) geboren. Er begann sein Studium der Jura 1768 in Leipzig, das er aber wegen einer schweren Krankheit unterbrach und 1771 in Straßburg fortsetzte. Auf Einladung von Herzog Carl August zog er nach Weimar, wo er ab 1776 im Staatsdienst arbeitete. Goethe starb am 22.3.1832 in Weimar.

Xâje Shams ol Din Mohammad Hâfez

Mohammad hatte er als Geburtsnamen bekommen. Vielleicht auch bei der Geburt, einen Beinamen Shams ol Din, der soviel wie, (die Sonne des Glaubens) bedeutet. Diese Namengebung sagt uns einiges vom gesellschaftlichen Rang der Familie, die für das Kind einen vorbestimmten Beinamen ausdenken, damit sie ihr Neugeborenes mit einer besonderen Bezeichnung, die besondere Aufmerksamkeit der Familie schenken. In dieser Zeit war Xâje (خواجه) ein Ehrenbeiname für Männer, wie Sheyx (Sheyx Sa´di= شیخ سعدی) oder Allame(علامه) in jener Zeit.

Hâfez´s Leben fiel in eine düstere Zeit. Despotische Herrscher etablierten ihre Macht, fielen übereinander her und füllten das Land mit Terror und Blut. Hâfez Gedichte lassen nur selten direkte Reflexe dieser Zeitläufe erkennen.

Aus einer Übersetzung von Friedrich Rückert, dem Orientalisten und Dichter, der selbst viele Hâfez–Gedichte ins Deutsche übertragen hatte, sind die folgenden Verse, die von diesem Ruhm sprechen:

Prof. Parsay: javadparsay@yahoo.de

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